5 Tage allein auf dem Goldsteig

Heute entdecke ich die Welt der Schachten. Frühmorgens steige ich auf zum Lindbergschachten und wandere über die Hirschbachschwelle zum Zwieselter Filz. Nachdem ich mehrere Schachten durchstreife, erreiche ich den Großen Rachel und genieße kurz darauf den traumhaften Blick von der Rachel Kapelle. Mit einem Abstecher zum Rachelsee erreiche ich mein Etappenziel die Racheldiensthütte.

„Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“

(Johann Wolfgang von Goethe)

Mit dem ersten Bus erreiche ich Buchenau. Wenige Schritte weiter, am Dorfbrunnen, mache ich mich fertig. Im Talkessel des Pommerbach wandere ich zum Lindberger Schachten hoch. Der Weg mit dem Namen “Pestwurz” gewinnt kontinuierlich an Höhe. Als die Steigung nachlässt, stehe ich schon am Schachten. Der Schachten ist der drittgrößte im Bayerischen Wald und ist mit jeder Menge Heidelbeeren bedeckt. Die Nähe zu Buchenau macht ihn zu einem der meistbesuchten Schachten. Ein Wegweiser verrät mir, dass ich wieder zurück auf dem Goldsteig bin. Ab dem Schachten überrascht mich der Untere Gruftsteig von Anfang an. Ein richtiger Genußpfad führt mich durch den Nationalpark. Ich quere kleine Wasserläufe, steige über Baumstämme und wenig später stehe ich an der Hirschbachschwelle.

Von Buchenau aus erreicht man den Lindberger Schachten
Lindberger Schachten
Hirschbachschwelle
Hirschbachschwelle
Auf Bohlen überquert der Goldsteig den Zwieselter Filz
Zwieselter Filz

Zwieselter Filz

Das Zwieselter Filz, ein beliebtes Wanderziel im Hochmoor mit kleinen Wasserflächen, liegt in den Hochlagen des Nationalparks Bayerischer Wald im Falkenstein-Rachel-Gebiet. Der Zugang zum Filz ist über einen Holzbohlenweg, der für Wanderer begehbar ist. Während Ihres Weges vorbei an mehreren Kolken (kleinen Moorseen), die direkt am Holzbohlenweg liegen und ihn in einigen Stellen flankieren, genießen Sie den atemberaubenden Anblick des unberührten Naturschönheit.

Auf dem Weg zum Zwieselter Filz komme ich wieder durch einen kargen, von Borkenkäfern heimgesuchten Wald. Ich glaube, der Filz ist nicht mehr weit, denn jetzt habe ich Bohlen unter meinen Füßen. Scheint, dass der Untergrund hier feucht und instabil ist. Die Bäume werden weniger, und da ist der Zwieselter Filz. Ein Hochmoor wie aus dem Lehrbuch. Links und rechts des Bohlenweges zeigen sich mir Kolken (Mooraugen). Über die Bohlen verlasse ich auch wieder den Filz. Der Wald öffnet sich und der Goldsteig durchquert den Kohlschachten. Am Wegesrand steht ein markanter, knorriger Baum. Ihn habe ich auserkoren für eine gemütliche Brotzeit in der Sonne. Die Wolken ziehen über mir, und an diesem majestätischen Baum gelehnt macht sich ein heimeliges Gefühl in mir breit. Dieser Ort soll mir noch lange in Erinnerung bleiben. Es ist einfach schön hier.

Kohlschachten
Kohlschachten

Ausgeruht bin schon wieder auf den Bohlen unterwegs und nähere mich dem Latschensee. Der See ist Teil des Latschen Filzes. Das Ufer ist gesäumt von Latschen (Bergkiefern). Der Wind formt kleine Wellen und eine Ente dreht ihre Runden. Kaum habe ich das Latschen Filz verlassen, erwartet mich schon der Hochschachten. Diesen passiere ich am oberen Rand des Schachtens und tauche dann wieder zwischen die Bäume ab. Dank des Borgenkäfers stehen hier aber mehr Baumstümpfe als Bäume. Im Auf und Ab nähere ich mich dem Großen Rachel. Am Horizont kann ich schon seinen Gipfel erahnen. Wieder betrete ich einen Schachten. Dieses Mal ist es der Letzte für heute. Der Alm Schachten glänzt mit viel Gras und einzelnen Bäumen. Eine kurze Passage später steige ich ins Tal des Kleinen Regens ab, überquere den Bergbach und ab hier beginnt der Aufstieg zum Großen Rachel. 

Ein Biber Staudamm buhlt noch um meine Aufmerksamkeit, bevor ich in den Kessel des Kleinen Rachelbachs steige. Der kurze, schweißtreibende Bergsteig bringt mich zur Rachelwiese. Nun habe ich den Sattel zwischen Kleinen und Großen Rachel erreicht. Auf gleicher Höhe sehe ich schon das Waldschmidthaus näherkommen. Leider ist es seit 2020 geschlossen. Bänke und Tische vorm Haus laden dennoch zu einer gemütlichen Pause ein.

Almschachten
Almschachten

Vom Aufstieg erholt gehe ich das kurze Stück zum Seeblick. Tief unten schimmert der Rachelsee zu mir hoch. Später werde ich noch an seinem Ufer stehen, aber jetzt geht es hoch zum Gipfel des Großen Rachel. Treppen ähnlich – fast gerade hat der Goldsteig sich hier hochgebahnt. Den höchsten Punkt kennzeichnet ein großes Holzkreuz. Wiedereinmal habe ich von hier oben ein grandioses Panorama vor mir.

Rachelwiese
Rachelwiese
Waldschmidthaus
Waldschmidthaus
Grosser Rachel
Grosser Rachel

Der Großer Arber verschwindet immer mehr im Dunst. Es gibt mir ein Gefühl, welche Entfernung ich mittlerweile schon zurückgelegt habe. Bis zur Rachel Kapelle bin ich dann schnellen Trittes unterwegs, weil ich ja wie immer den Bus noch erwischen muss. Eine süße, kleine Holzkapelle empfängt mich dort, die Innen mit Schnitzereien verziert ist. Hier oben liegt einem der Rachelsee zu Füßen. So, ich muss weiter! Die große Schleife, in der der Goldsteig zum See führt, fliege ich förmlich runter. Kurz einen Abstecher zum romantisch gelegenen See. Bäume in verschiedenen Grüntönen umschließen den See. Immer wieder unterbrechen Felsen die Uferlinie. Es herrscht eine friedliche Stimmung, die auch andere Wanderer mit mir genießen.

Rachel Kapelle
Racheldiensthütte

Gerne hätte ich mehr Zeit am Rachelsee verbracht, aber die Zeit drängt. Noch wenige Kilometer und ich bin an der Racheldiensthütte. Der Pfad ins Tal ist nicht besonders spektakulär und er leitet mich gemächlich durch den Wald, bis vor mir die Racheldiensthütte erscheint. Sie ist ein guter Ausgangspunkt für eine Wanderung zum Rachelsee, bewirtschaftet und mit dem Bus zu erreichen. Die Hütte liegt schön in der Natur, gleich neben der Schattenbachklause, die wie ein kleiner Teich wirkt. Wenige Meter weiter unten, warte ich auf den Bus. Kurz darauf sitze ich schon drinnen und rolle ins Tal. Was ich heute schon wieder erleben durfte – toll. Bis morgen Racheldiensthütte.

Route & Daten

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Zeit

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Niedrigster Punkt

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runter

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Distanz

0  m

Höchster Punkt

0  m

rauf

Etappenübersicht