Ohne Gipfel durch den Sommer – Schlaufenweg 25 bei Riedenburg

  • 4 Stunden
  • 14 km
  • Rundtour / verschiedene Startpunkte möglich
  • Emmerthaler Grund
  • Jachenhausen
  • Teufelsfelsen mit Aussicht über den Rhein-Main-Donaukanal
Altmühltal
Schlaufenweg 25 - Pfad im Wald

„Nicht alles, was still ist, ist leer.“

Start am Wanderparkplatz über Riedenburg

Es ist ein herrlicher Sommertag. Die meisten verbringen ihn wahrscheinlich im Schwimmbad oder am Badesee. Ich hingegen habe mich entschieden, die Wanderschuhe zu schnüren.

Da ich im Altmühltal bereits einige der Schlaufenwege erkundet habe, geht es heute nach Riedenburg. Vom Wanderparkplatz oberhalb der Stadt starte ich auf den Schlaufenweg 25. Rund 14 Kilometer liegen vor mir – ich rechne mit etwa dreieinhalb bis vier Stunden Gehzeit.

Gleich zu Beginn führt der Weg angenehm am Waldrand entlang, zum Glück fast ausschließlich im Schatten. Nach etwa eineinhalb Kilometern erreiche ich den Emmerthaler Grund. Hier verlasse ich das Altmühltal und folge nun der Markierung des Schlaufenwegs.

Altmühltal-Schlaufenweg
Wegweiser im Wald

Manche würden diese Tour vielleicht eher als langen Spaziergang bezeichnen. Aber an einem heißen Sommertag fühlen sich 14 Kilometer dennoch nach einer richtigen Wanderung an.


Besondere Highlights gibt es auf dieser Runde eigentlich nicht – und genau das macht ihren Reiz aus. Ohne ständig auf den nächsten Aussichtspunkt zu warten, schweifen die Gedanken fast von allein ab. Man läuft durch die Natur, begegnet nur wenigen Menschen und ist einfach im Moment. Oft bleiben mir genau solche Wanderungen länger in Erinnerung als Touren mit einem Highlight nach dem anderen.


Der Weg zieht sich nun gemächlich das Tal hinauf. Die meiste Zeit geht es auf einer Forststraße durch den schattigen Wald. Von oben weht immer wieder ein leichter Wind ins Tal und macht die sommerlichen Temperaturen angenehm erträglich.

Blätter im Sonnenlicht

Waldbaden

Schlaufenweg 25 - Riedenburg
Hummel am Wegesrand
Steinbruch

Bei sonnigen Abschnitten weht mir dieser unglaubliche Waldduft um die Nase – diese harzig-frische Note, einfach großartig. Die Steigungen sind moderat, doch über mehrere Kilometer gewinnt man langsam an Höhe.
Später erreiche ich die Straße zwischen Hattenhofen und Schaitdorf. Wenige hundert Meter weiter biegt der Weg wieder in ein kleines Seitental ab – den Sauwiesengrund. Hier wird es besonders schön. Ein schmaler Waldpfad schlängelt sich zwischen alten Bäumen hindurch. Es ist ruhig, kühl und genau so, wie ich mir einen Sommertag im Wald wünsche.

Kurz darauf öffnet sich der Wald, und ich trete auf eine Wiese. Links breitet sich das Gras aus, rechts begleitet mich weiterhin der Waldrand. Dort entdecke ich eine Bank – genau so einen Platz, auf den man sich während einer Wanderung freut. Ein kühler Wind weht über die Anhöhe, und ich lege eine ausgedehnte Pause ein.

Auf der gegenüberliegenden Seite erkenne ich bereits den Kirchturm von Ried. Wenig später führt mich der Weg direkt durch das kleine Dorf. Die wenigen Menschen, denen ich begegne, grüßen freundlich. Alles wirkt hier angenehm entschleunigt.

Pfad im Wald
Rastbänklein
Rastbänklein
Rastbänklein

Es sind oft genau diese kleinen Begegnungen, die eine Wanderung besonders machen. Man kennt sich nicht und wird sich wahrscheinlich nie wiedersehen. Trotzdem reicht ein kurzes Lächeln oder ein freundliches „Servus“, um den Tag ein kleines Stück heller zu machen.

Von Ried geht es wieder hinunter in den nächsten Talgrund und anschließend hinauf Richtung Jachenhausen. Ein kurzes Stück führt über sonnige Wege, bevor ich den Ort erreiche. Gerade findet dort eine Hochzeit in einer Scheune statt. Für mich gibt es noch einen kurzen Abstecher zum Friedhof, um meine Wasserflasche aufzufüllen.

Kirche St. Oswald in Jachenhausen
Altmühltal-Schlaufenweg
Feld und Flur vor Jachenhausen
Getreidefeld

Aussichtspunkt Teufelsfelsen

Schon bald geht es weiter zur Drachenfliegerrampe. Hier trifft der Schlaufenweg auf den Altmühltal-Panoramaweg. Heute bin ich ganz allein an der Aussicht. Der Blick über das Tal ist wie immer beeindruckend.

Nach einer kurzen Fotopause wandere ich auf einem wunderschönen Pfad weiter in Richtung Riedenburg. Anfangs begleitet mich noch die Sonne, später verschwindet der Weg wieder unter dem schützenden Blätterdach des Waldes.


Eine weitere Aussicht ist inzwischen etwas zugewachsen, bevor ich schließlich die Straße quere und über den Waldkindergarten zur Aussicht am Schwammerl gelange. Von hier eröffnet sich noch einmal ein großartiger Blick auf Riedenburg, die Rosenburg und die beiden Burgruinen auf den umliegenden Höhen.
Zum Abschluss führt der Weg über den Trockenrasenhang in mehreren Serpentinen zurück zum Wanderparkplatz.

Drachenfliegerrampe

Drachenfliegerrampe

Jachenhausen ist eines der ältesten Fluggebiete in Ostbayern. Bereits Ende der 1980er Jahre wurde oberhalb des Altmühltals am Teufelsfelsen eine Start-Rampe errichtet – trotz Widerstand von Naturschützern und unter strengen Auflagen zum Schutz der Vegetation. Die stabile, aber hohe Rampe wird bis heute genutzt. Gestartet wird meist bei Südwestwind, teils auch bei Westwind, bei stärkerem Wind mit Unterstützung von Starthelfern.

Problematisch sind vor allem Trittschäden durch Zuschauer, weshalb auf die empfindliche Vegetation besonders Rücksicht genommen werden muss.

Panoramablick vom Teufelsfelsen

Während ich die letzten Serpentinen zum Parkplatz hinunterlaufe, denke ich noch einmal an den Tag zurück. Es gab keine spektakulären Gipfel, keine außergewöhnlichen Aussichten und keine Geschichte, die man später unbedingt erzählen müsste. Und trotzdem fahre ich mit einem zufriedenen Lächeln nach Hause. Vielleicht wartet unterwegs noch ein kühles Bad – der perfekte Abschluss für diesen heißen Wandertag.
Vielleicht gerade deshalb. Nicht jede Wanderung muss beeindrucken. Manche müssen uns einfach nur daran erinnern, wie gut es tut, für ein paar Stunden langsamer zu werden.

Blick auf Riedenburg vom "Schwammerl"
Altmühltal Schlaufenweg 25
Aussichtspunkt Teufelsfelsen
Rhein-Main-Donaukanal mit Badesee St. Agatha

Route & Daten

0  Stunden

Zeit

0  m

Niedrigster Punkt

0  m

runter

0  km

Distanz

0  m

Höchster Punkt

0  m

rauf