Altmühltal
Schlaufenweg 16
Mühlenweg

  • 8 Stunden
  • 27 km
  • Rundtour / verschiedene Startpunkte möglich
  • ÖPNV Anschluss
  • Kastell Böhming
  • Limes Wachturm
  • Karstquelle „Grüner Topf“
  • Burg Kipfenberg mit Römer und Bajuwaren Museum
  • geografischer Mittelpunkt Bayerns
  • Michelsberg
  • Arndthöhle (evtl. Taschenlampe mitnehmen)

„Die beste Art, die Natur zu erleben, ist zu Fuß..“

MUIR

Start in Arnsberg

Ich beginne den Schlaufenweg 16 in Arnsberg am Parkplatz an der Altmühlbrücke. Auf dem Panoramweg bin ich schon mal hier durch gekommen und der Blick hoch zur Burgruine ist mir vertraut. Die nächsten ca. acht Kilometer folgt der Schlaufenweg dem Altmühltal Panoramaweg. Auch wenn ich den Abschnitt schon kenne, freue ich mich darauf, weil der Abschnitt sehr schön war.

Noch liegt der Ort verschlafen vor mir. Ich wandere hoch zur Marktstraße. Im Blick immer über dem Ort thronend die Burgruine Arnsberg. An der Marktstraße gehe ich links, um kurz darauf vor dem Landgasthof „Zum Raben rechts in einen schönen Weg abzubiegen. Hier trifft man auf eine große Wanderkarte, auf der die Wege der Umgebung abgebildet sind.

Aussicht auf Arnsberg
Aussicht auf Arnsberg

Der Schlaufenweg führt über ein Stück Wiese, durch den Wald hoch, zum ersten schönen Aussichtspunkt. Linker Hand die Burgruine und unten im Tal fließt gemächlich die Altmühl. Ich habe hier oben die sogenannte Arnsberger Leite erreicht. Diese Felsgruppe gehört zu den landschaftlich schönsten Partien im Altmühltal. Seit 1986 ist es als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Wenige Schritte weiter am nächsten Dolomitfelsen, genieße ich nochmals diesen grandiosen Blick, der mir hier geboten wird. Anschließend verschwindet der Schlaufenweg in den Wald. Merklich verliere ich an Höhe und zwischen den Bäumen kann ich bereits mein nächstes Ziel erkennen.

Aussicht Altmühltal
Aussicht Altmühltal

Auf den Spuren der Römer

Ich komme nicht nur dem Limes immer näher, nein in Böhming gab es auch ein Römer Kastell. Man kann leider nur noch einen Wall im Gelände erkennen, auf dem das Kastell stand. Heute befindet sich hier eine Kirche. Durch die Ortschaft erreiche ich direkt das Kastell. Infotafeln geben großzügig Auskunft, über das frühere Leben der Römer, das Kastell und den benachbarten Limes.

Castell Böhming
Castell Böhming

Nach einer kurzen Pause, auf einer einladenden Bank, überquere ich die Altmühl. Nun gewinnt der Weg an Höhe und taucht wieder in den Wald ein. Hier steige ich hoch zum Limes und einer Rekonstruktion eines Holzturms. Oben angekommen folgt der Schlaufenweg schnurstracks dem alten Limes und schon stehe ich vor dem Wachturm.

Neugierig wie ich bin, muss ich na klar sofort den Turm besteigen. Leider kann man oben nicht hinausgehen auf den umlaufenden Balkon. Ist dann wohl einfach zu gefährlich für die Leute und es schaut auch irgendwie etwas morsch aus. Aber trotzdem gibt es links und rechts großen Aussparungen, um hinauszusehen und eine Ahnung zu bekommen, wie das so gewesen sein könnte.

Kastell Böhming

Das ehemalige Numeruskastell Böhming ist heute von den originalen Strukturen her nicht mehr zu sehen, da auf dem Gelände eine Kirche namens St. Johannes der Täufer steht. Dennoch kann man noch die Umrisse des Walls im Gelände erkennen, der das Kastell umgeben hat. Der Name des Kastells und die Identität der hier stationierten Kohorte sind heute nicht mehr bekannt.

Das Kastell war für eine Besatzung von etwa 150 bis 200 Mann ausgelegt und diente zur Sicherung des knapp einen Kilometer nordöstlich gelegenen Limes, einem Grenzsystem, das den römischen Einflussbereich markierte. In der Nähe befand sich auch eine römische Siedlung, die wahrscheinlich von Soldaten und Zivilisten bewohnt wurde.

Limeswachturm von Oben
Limeswachturm von Oben

Hier befinden sich außerdem Wachturm noch eine Rekonstruktion eines Palisadenzauns und ein Fundament eines Steinturms. Es ist eine Sitzgruppe für eine Pause vorhanden und auf Infotafeln ist wieder alles Wissenswerte gut aufbereitet.

Limeswachturm
Limeswachturm

Limes – Limes Wachturm

Von der erhöhten Position des rekonstruierten acht Meter hohen, hölzernen Aussichtsturm, hatte man einen atemberaubenden Überblick in beide Richtungen entlang der Limesmauer. Die Überreste der Mauer sind noch an den Ecken des Fundamentes zu sehen. Gleichzeitig bietet dieser Turm eine prächtige Aussicht auf das Tal von Böhming bis Ilbling altmühlabwärts. Aufgrund seiner strategischen Bedeutung, die es ihm ermöglicht, das gesamte Tal und das Kastell in Böhming zu überblicken, war dieser Turm besonders wichtig für die römische Grenzanlage.

In der Nähe des Turms befindet sich seit 2018 eine Rekonstruktion eines Teilstückes eines Palisadenzaunes. Dieser Nachbau zeigt die beeindruckenden Ausmaße des einstigen römischen Grenzwalls und gibt einen authentischen Einblick in das Leben an der Grenze. Die bayerischen Staatsforsten haben diese Rekonstruktion in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern realisiert, um ein einzigartiges Bild einer römischen Pfahlrekonstruktion am größten Bodendenkmal Europas zu schaffen.

Rund um Kipfenberg

Den Kopf voller Informationen über die Römer und ihr Leben hier stolpere ich in kleinen Serpentinen den Weg wieder nach unten. Nachdem ich am Ortsanfang von Kipfenberg die Straße überquert habe, stehe ich schon mitten im Buchenwald.

Hier haben sich die Bayerischen Staatsforsten was Schönes für Kinder überlegt und einen interessanten Buchenpfad bei Kipfenberg konzipiert. Mit großen Holzbuchstaben ist das Wort B-U-C-H-E in den Wald geschrieben. An jeder Station gibt es wertvolle Informationen rund um die Buche. Jeder Buchenstabe lädt vor allem die Kinder zu einer tollen Aktivität ein.

Der Weg läuft gemächlich, ohne Anstrengung den Hang entlang. Wenn ich mich richtig erinnere, müsste doch bald die Abzweigung zur „Schönen Aussicht“ kommen.

Zur schönen Aussicht
Zur schönen Aussicht

Ein Blick auf die Karte verrät mir, dass doch wohl jemand das Schild entfernt hat. Gut, dass ich schon mal hier war und weiß, wo es lang geht, denn die Aussicht ist einfach umwerfend. Wenige Minuten später steige ich eine Treppe hinab und Kipfenberg liegt wie eine überdimensionale Fototapete vor mir. Eine Bank versüßt mir den Aufenthalt. Wunderschön präsentiert sich die Burg Kipfenberg von hier oben. Rechter Hand liegt der Michelsberg, der mit seinem 120 Meter hohen Felsmassiv, Reste mehrerer Befestigungsanlagen und eines Kirchleins trägt. Wenige Meter oberhalb der Aussicht befindet sich ein Pavillon, welcher dem Wanderer bei schlechtem Wetter Unterschlupf bietet.

Michelsberg
Michelsberg
Aussicht auf Kipfenberg
Aussicht auf Kipfenberg
Burg Kipfenberg
Burg Kipfenberg
Karstquelle „Grüner Topf“
Karstquelle „Grüner Topf“

Auf einem schönen Pfad geht es weiter den Hang entlang, doch bald verläßt der Schlaufenweg den Panoramaweg. An der Straße nach Grösdorf trennen sich dann unsere Wege und ich gehe rechts, dem Taleinschnitt folgend, Richtung Grösdorf. Hier wechsle ich wieder die Flussseite der Altmühl. Kurz darauf stehe ich schon vor der Karstquelle Grüner Topf.

Burg Kipfenberg
Burg Kipfenberg

Die Karstquelle sprudelt am Fuße eines Felsens aus dem Berghang und treibt ein Mühlrad an. Das Wasser der Quelle wurde einst von Mühlen genutzt. Es ist schön hier und in dieser romantischen Naturoase wurde sich schön öfters das JA-Wort gegeben, denn der Markt Kipfenberg bietet diesen Ort für Trauungen an. Das plätschern des Wassers und der grün-bläuliche Schimmer der Quelle geben dem Ort einen ganz besonderen Reiz.

Karstquelle „Grüner Topf“

Die Quelle des Grünen Topfes ist ein wichtiger Wasserlieferant für das Tal von Böhming bis Ilbling altmühlabwärts und hat eine mittlere Schüttung von 140 l pro Sekunde. Sie steht über das Karstgrundwasser mit verschiedenen Dolinen in Verbindung, was auch den Einfluss von Wasserverunreinigungen auf die Qualität des Wassers zeigt.

Die Quelle wurde einst für verschiedene industrielle Zwecke genutzt, wie z. B. Mühlen und Glasschleifereien. Die ehemalige Obermühle am Grünen Topf diente als Glasschleiferei, während die Mittelmühle (auch „Italienerhaus“ genannt) noch heute erhalten ist.

Geografischer Mittelpunkt Bayerns
Geografischer Mittelpunkt Bayerns

Hinter dem „Grünen Topf“ geht es auf dem Schlaufenweg weiter. Leicht erhöht führt ein Pfad an Felsen entlang und schlängelt sich so an Kipfenberg vorbei Richtung Burg Kipfenberg. Als ich dann endlich die Burg zu sehen bekomme, zeigen mir die Serpentinen, dass da doch noch ein paar Schweißperlen fällig sind, bis ich oben ankommen sollte. Majestätisch thront sie da auf dem Felsen und ist leider nicht zu besichtigen, weil sie in privater Hand ist. Nur das nebenan liegende Römer und Bajuwaren Museum ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach Museum ist mir aber nicht, denn ich will jetzt zum Geografischen Mittelpunkt von Bayern. Nach der Burg wird der Pfad etwas gemächlicher und ich erreiche über den Kamm den Mittelpunkt Bayerns. 1980 wurde hier ein Findling als Markstein aufgestellt. Ich verlasse den Mittelpunkt Bayerns wieder und ein Pfad bringt mich, parallel zur Straße, zurück zur Burg. Linker Hand der Burg führt mich der Schlaufenweg bergab nach Kipfenberg. Während des Abstiegs kann ich schon gegenüber den Ostaufstieg zum Michelsberg sehen.

Arndthöhle und Schambachtal

Husarensteig
Husarensteig
Aussicht ins Birktal
Aussicht ins Birktal
Ostaufstieg Michelsberg
Ostaufstieg Michelsberg

Der Ostaufstieg auf den Michelsberg zaubert ein bisschen alpines Flair in die Tour. Er schlängelt sich zwischen Felsen hoch und ist großzügig mit eisernen Geländern abgesichert. Nach der grandiosen Aussicht ins Birktal biegt der Weg nach links ab und ich wandere, ohne viel auf und ab, weiter das Birktal hoch. Wer den Michelsberg noch nicht kennt, sollte auf alle Fälle dem Berg einen Besuch abstatten. Er ist ein perfekter Aussichtsberg und hat noch einige Ruinen (Burg, Kapelle), die zum Entdecken einladen. Der Mühlenweg führt mich am Hang entlang immer weiter das Birktal hoch. Es ist ein schöner Trial und nach dem die Straße nach Denkendorf sich aus dem Tal verabschiedet, herrscht wieder eine friedliche Ruhe. An einer kleinen Grotte vorbei geleitet mich der Husarensteig zum meinem nächsten Ziel – der Arndthöhle.

Arndthöhle Eingang
Arndthöhle Eingang
Arndthöhle
Arndthöhle

Die Arndthöhle befindet sich mitten im Wald. Eine Sitzgruppe und Informationstafeln stehen oberhalb des Eingangs zur Höhle. Eine Treppe führt wie in einem Trichter nach unten in die Höhle. Ich merke wie die kühle Luft mich umhüllt. Auf einen der Informationstafeln glaube ich gelesen zu haben, des es hier unten konstant 8 Grad Celsius haben soll. Auf alle Fälle ist es dunkel und eine Leuchte sollte man definitv dabei haben. Bei mir muss heute das Smartphone die Taschenlampe ersetzen.

Arndthöhle

Die Höhle kann man Besichtigen vom 01. April – 30. September, von Anfang Oktober bis Ende März ist die Höhle gesperrt, um die Fledermäuse nicht zu stören, die hier überwintern.

Die Höhle entstand durch unterirdische Karsthohlräume, die sich durch die Auflösung des Kalkgesteins mit kohlensäurehaltiges Wasser bildeten. Wasserströme, Einstürze und Auswaschungen bilden solche Höhlen wie diese. Die Höhle hat eine Größe wie, laut Karl Kugler der in seinem 1868 gedruckten Büchlein über die Altmühlalb schrieb, einer „mittelmäßige“ Kirche und ist 30 Meter tief.

Wieder an der Oberfläche wandere weiter durch Wald und über Felder Richtung Schambachtal. Kurz vor Schambach führt der Glockersteig runter ins Dorf. Im Ort überquere ich den Schambach und linker Hand wandere ich das Tal entlang nach Arnsberg zurück. Das Schambachtal ist auch der Namensgeber des Mühlenweges, denn hier standen einst sechs Mühlen wie die Namen der einzelnen Dörfer Preis geben – Hintermühle, Rotenmühle, Lohmühle, Petermühle, Forstermühle und Böllermühle. Möglich machte das, das ziemliche Gefälle des Schambachs. Kurz oberhalb der Lohmühle befindet sich ein Wassertretbecken, dort bin ich anschließend an die Tour hingefahren und habe mich mit einem kühlen und erfrischenden Fußbad belohnt.

Arndthöhle
Arndthöhle

Aber noch bin ich nicht da. Ein wenig Tal abwärts treffe ich auf den Raucherbergersteig. Anfangs kurz, steil fordernd geht es den Berg hoch, aber dann wird es noch mal ein wunderschöner Trail zum Abschluss des Mühlenwegs. Der Pfad schmieg sich an den Hang und erst wieder an der Forstermühle erreiche ich den Talboden. Hier wechsle ich wieder zurück auf die rechte Talseite und unspektakulär geht es an der Straße entlang Richtung Arnsberg. Die letzten Meter begleitet der Mühlenweg noch die Altmühl. In der Abendsonne thront die Burgruine Arnsberg auf Ihren Felsen und ich mache hier meine Schlaufe zu. Freudig schmeiße ich meinen Rucksack ins Auto, denn jetzt wartet das Fußbad auf mich!

Schambach
Schambach
Wassertretbecken
Wassertretbecken
Rauchenbergersteig
Rauchenbergersteig
Rauchenbergersteig
Rauchenbergersteig

Route & Daten

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Zeit

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Niedrigster Punkt

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runter

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Distanz

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Höchster Punkt

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rauf